Gut zu wissen...

Flüchtlinge aus Afghanistan werden derzeit nicht abgeschoben. Diese müssen auch keineswegs "freiwillig" ausreisen. Außnahmen können lediglich bei Straftätern nach Prüfung durch das Ministerium gemacht werden.

Abschiebung

Die drohende Abschiebung eines betreuten Flüchtlings ist für Ehrenamtliche eine belastende Situationen.

Abschiebungsandrohungen oder Anordnungen werden sowohl in Dublin-Verfahren als auch bei „offensichtlich unbegründet“ Entscheidungen durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erlassen oder folgen nach negativem Ausgang des Verwaltungsgerichtsverfahrens.

Für die betroffenen Flüchtlinge ist dies zumeist mit psychischen Krisen verbunden. In diese können Ehrenamtliche, insbesondere wenn die Flüchtlinge schon länger begleitet werden und eine persönliche Beziehung aufgebaut wurde, emotional eingebunden werden.

In solchen Fällen ist es besonders wichtig Hilfe durch Beratungsstellen oder fachkundige Anwält*innen hinzuzuziehen. Hier können eventuell Abschiebehindernisse erkannt und geltend gemacht werden oder bei Vorliegen der Voraussetzungen ein Bleiben ermöglicht  werden.

Betroffene Flüchtlinge suchen häufig bei drohenden Abschiebungen bei verschieden Stellen Hilfe. Versuchen Sie herauszufinden wer alles involviert ist, um klare „Zuständigkeiten“ zu klären.

Dies kann Sie entlasten und Klarheiten schaffen.  

Nach europäischen Richtlinien und Vorgaben in Rheinland-Pfalz hat die „freiwillige“ bzw. geförderte Rückkehr den Vorrang vor einer Abschiebung.

Wenn nach Prüfung der Situation keine Möglichkeit besteht einer Abschiebung zu entgehen, ist unter Umständen eine geförderte Rückkehr anzuraten. Für Anträge hierfür und eventuelle Verhandlungen, z.B. über Fristen bis zur Ausreise, empfehlen wir die Hilfe der Beratungsstellen.

Was sie gegen drohende Abschiebungen im Dublin-Verfahren machen können, beschreibt  von Pro Asyl: Ratgeber Erste Hilfe gegen Dublin-Abschiebungen.

In einigen  Fällen, insbesondere in Dublin-Verfahren, hat ein Kirchenasyl anstehende Abschiebungen verhindert. Hierzu sollten sich bereitstehende Kirchengemeinden von den dazu vorhandenen kircheninternen Fachleuten beraten lassen.

Die Liste der Beratungsstellen für Ihre Unterstützung in Rheinland-Pfalz finden Sie hier: Adressbuch Arbeitskreis Asyl