Pressemitteilung: Integrationsarbeit während und nach der Pandemie - Aktiv für Flüchtlinge RLP unterstützt Netzwerkarbeit und Weiterentwicklung in Rheinland-Pfalz

Digitale Stammtische und Vernetzungstreffen sind in Pandemiezeiten in der ehrenamtlichen Arbeit wichtig, um den Zusammenhalt unter den Aktiven aufrechtzuerhalten. Auch Aktiv für Flüchtlinge RLP, die landesweite Stelle für die Vernetzung und Unterstützung der Integrationsarbeit, lädt regelmäßig zu digitalen Veranstaltungen ein.

Im Mai trafen sich erneut ca. 20 Ehrenamtliche aus allen Teilen von Rheinland-Pfalz zu einem Online-Stammtisch, um sich über die Zukunft ihrer Arbeit auszutauschen.  Viele Ehrenamtliche haben sich in den letzten Monaten aus der Arbeit zurückgezogen und nun werden dringend neue Engagierte gesucht.  Auch der Kontakt zu den geflüchteten Menschen ist teilweise verloren gegangen. Quarantänevorschriften, Zugangsbeschränkungen in Sammelunterkünften, geschlossene Begegnungsorte und verzögerte Impfungen für Bewohner und Ehrenamtliche machten die wichtigen Treffen unmöglich.

Dennoch gibt es noch viele Ideen für die Zukunft: An vielen Orten wurde die Zeit der verordneten Schließung der Begegnungscafés dazu genutzt, um neue Konzepte für die weitere Arbeit zu erarbeiten. Okka Senst von Aktiv für Flüchtlinge RLP, berichtete zu Beginn des Stammtisches: „Wir begleiten Initiativen gerne bei Entwicklungsprozessen.  Gleichzeitig versuchen wir auch, durch entsprechende Fortbildungs-Veranstaltungen Impulse für die Arbeit zu geben und den Blick über den Tellerrand zu ermöglichen. Wir haben zum Beispiel eine ganze Veranstaltungsreihe über verschiedene Modelle von Begegnungscafés geplant, die auf sehr viel Interesse stößt“. Im Verlauf des Abends bezogen sich die Teilnehmer:innen schon auf die Anregung aus vergangenen Veranstaltungen. Manfred Beuth vom Sozialen Netzwerk Koblenz konnte berichten: “Wir haben nun auch einen neuen Begegnungsort angemietet, um zusammen mit anderen Initiativen ein noch attraktiveres interkulturelles Angebot für die Bürger von Koblenz machen zu können. Unsere Arbeit entwickelt sich so immer weiter “.

Andreas Flaemig, der hauptberuflich Ehrenamtliche in der  Region Trier unterstützt, ist auf einem ähnlichen Weg: „Uns ist es wichtig, aus den reinen Flüchtlingscafés zukünftig Begegnungsorte für ALLE werden zu lassen, das fördert das Gemeinwesen, vor allem in Orten im ländlichen Raum, wo es wenig sonstige Möglichkeiten gibt.“

Im Laufe des Abends wurde deutlich: Es gibt nicht DEN WEG, sondern viele Wege, um die Arbeit weiterzuentwickeln. An Orten, wo es kaum hauptamtliche Unterstützung oder Beratungsstellen gibt, bleiben auch klassische Flüchtlingscafés, die auch jetzt in Pandemiezeiten unter den entsprechenden Hygienemaßnahmen für Einzelberatungen genutzt werden, von großer Bedeutung.

Wichtig ist, dass überall im Land die Bedeutung dieses wichtigen zivilgesellschaftlichen Engagements erkannt wird und dieses durch hauptamtliche Begleitung und langfristige finanzielle Unterstützung fest in der Kommune verankert wird. So kann in Rheinland-Pfalz eine inklusive Gesellschaft mit einem starken Gefühl für Zusammenhalt entstehen.

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