Aktiv für Flüchtlinge: Wo stehen wir, wo geht es hin?

9. Dezember 2017, 10 - 16:30 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Kurhausstraße 6, 55543 Bad Kreuznach

Highlights dieser Veranstaltung: Prof. Dr. Trabert von Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. wird sprechen, die Frage der Förderung und (An-)Forderung ehrenamtlichen Engagements in RLP auf einem Podium prominent diskutiert und in unterschiedlichen Workshops werden Strategien kennengelernt, die helfen, mit unterschiedlichsten Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit umzugehen. Abschließend können Sie sich auf das interkulturelle Kabarett des saarländisch-senegalesischen Germanisten Ibrahima Ndiaye freuen!

Es sind noch Plätze frei: Melden Sie sich bis zum 5. Dezember mit einer formlosen E-Mail an anmelden@asyl-rlp.org an! Die Teilnahme ist kostenfrei.

Programmablauf

  • 9:30 Uhr Ankommen & Kaffee
  • 10:00 Uhr Begrüßung
    Astrid Peekhaus | Superintendentin des ev. Kirchenkreises An Nahe und Glan
  • 10:15 Uhr Vorstellung: Die Koordinierungsstelle „Aktiv für Flüchtlinge RLP“
    Nina Gartenbach & Katja Benkel | Aktiv für Flüchtlinge RLP
  • 10:30 Uhr Vortrag: Flucht ist ein Menschenrecht – und was hat Ehrenamt damit zu tun?
    Prof. Dr. Gerhard Trabert | Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.
  • 11:15 Uhr Kaffee-Pause
  • 11:30 Uhr Podiumsdiskussion: "Fördern und Fordern“ – Ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit
    • Was wird vom Ehrenamt gefordert und welche Förderung gibt es?
    • Wo wird es zur Überforderung – und wo zur Überförderung?
    • Welche Unterstützung ist tatsächlich förderlich?
    • Was fordern Ehrenamtliche?
      Es diskutieren:
      Dr. Daniel Asche | MFFJIV, Leitung der Abteilung Integration & Migration
      Okka Senst | Diakonisches Werk der ev. Kirchenkreise Trier & Simmern-Trarbach
      Siegfried Pick | Pfarramt für Ausländerarbeit & AK Asyl RLP
      Jutta Mader | Unterstützerkreis Flüchtlinge in Lay
      Moderation: Manfred Thesing | Katholikenrat im Bistum Trier
  • 12:30 Uhr Mittagspause
  • 13:30 Uhr Workshops (Beschreibungen s.u.):
    • Fluchtursachen mit Ramona Kemper & Katharina Weygold (Fridtjof-Nansen-Akademie Ingelheim)
    • WERTschätzende Kommunikation mit Christian Mappala (third culture movement, Wiesbaden)
    • Stressbewältigung im Ehrenamt mit Thomas Korte
      (Systemischer Therapeut & Supervisor, Winningen)
    • Lobbyarbeit und Kampagnen auf regionaler Ebene mit Siegfried Pick (AK Asyl RLP) & Marie Kaiser (Pulse of Europe Mainz)
  • 15:30 Uhr Plenum: Ergebnisse der Workshops werden kurz vorgestellt
  • 16:00 Uhr Verabschiedung & Stand-Up Comedy mit Ibrahima Ndiaye
  • 16:30 Uhr Gemeinsamer Ausklang

(Programm als PDF herunterladen)

Workshop-Beschreibungen

Fluchtursachen

Ramona Kemper & Katharina Weygold | Fridtjof-Nansen-Akademie Ingelheim
Menschen aus Syrien fliehen aus anderen Gründen als Menschen aus Eritrea. Die Debatte über geflüchtete Menschen kann nur verstehen und beurteilen, wer begreift, warum sich Menschen auf den Weg nach Europa bzw. Deutschland machen. Der Workshop nähert sich diesem umfassenden Thema und versucht, Fluchtursachen besser verstehen zu können.

WERTschätzende Kommunikation

Christian Mappala | third culture movement, Wiesbaden
Unterschiedlichen Verhaltensweisen liegen unterschiedliche Werte zugrunde. Oder doch nicht? Obwohl zwei Menschen den gleichen Wert vertreten, kann dieser komplett unterschiedlich ausgedrückt werden. Für ein gemeinsames Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen, Geflüchteten und Kolleg*innen ist es wichtig zu wissen, von welchen Werten wir selbst geleitet werden. Wie kann ich vermitteln, was ich selbst unter Wertschätzung, Loyalität und guter Kommunikation verstehe? Wie kann ein Perspektivwechsel erfolgen, um das Wertesystem des Gegenübers zu verstehen? Wie kann ein gemeinsames Miteinander gelingen, bei dem Differenzen respektvoll anerkannt werden?

Stressbewältigung im Ehrenamt

Thomas Korte | Systemischer Therapeut & Supervisor, Winningen
Ehrenamtliche haben keinen Feierabend – es sei denn, sie nehmen ihn sich. In der ehrenamtlichen Unterstützung von Geflüchteten kommt es häufig zum Gefühl der Allzuständigkeit: Begleitung zu Behörden, Wohnungssuche, Nachhilfe, Arbeitsplatzsuche und so weiter. Hinzu kommt das Miterleben von emotional nur schwer auszuhaltenden Erlebnissen, wie traumatisierende Fluchtberichte oder akute Angstzustände der von Abschiebung bedrohten Geflüchteten. Schnell verliert man den Blick für sich selbst und läuft Gefahr, auszubrennen.

In diesem Workshop erfahren Sie, wie Sie negativen Stress an sich und an anderen frühzeitig erkennen und erlernen kleine, alltagstaugliche Übungen, die Sie dabei unterstützen, sich selbst im Lot und den Stress im Griff zu halten.

Lobbyarbeit und Kampagnen auf regionaler Ebene

Siegfried Pick | AK Asyl RLP & Marie Kaiser | Pulse of Europe Mainz
Flüchtlingsarbeit bedeutet Arbeit im Konflikt und birgt ein hohes Frustrationspotenzial. Angesichts der Schicksale und politischen Entscheidungen kommen nicht selten Gefühle der Ohnmacht auf. In einer Demokratie gibt es jedoch auch jenseits von Wahlen Wege der politischen Einflussnahme. Hau-Ruck-Aktionen sind meist weniger von Erfolg gekrönt, als langfristige Lobbyarbeit und gut durchdachte Kampagnen.

In diesem Workshop erfahren Sie Grundlegendes und ganz Praktisches über die Lobby- und Kampagnenarbeit: Welche Strategien sind erfolgsversprechend, wie erreiche ich eine breite Öffentlichkeit, was kann ohne hohen Personal- und Kostenaufwand unternommen werden?

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